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Adele ist über die Regenbogenbrücke gegangen 🖤


Mit Ihr fing alles an, was die Rettung der rund 70 Anbindekühe im Jahr 2020 anbelang. Sie war damals eine kleine Färse und hatte einen Scheidenvorfall, wegen dem sie vorzeitig zur Schlachtung sollte, da eine OP unrentabel war.

Davor konnten wir sie bewahren und ADELE hatte von Anbeginn das Selbstbewusstsein eines Goliath, obschon sie eher klein geraten war.

Egal, in welche Herde man sie steckte, sie war immer sofort die Chefin und führte Regiment! - Egal wie groß die Ochsen oder gewieft auch die anderen Kühe waren.

Im Frühsommer hatte sie dann einen erneuten Scheidenvorfall und es war bereits schwer, alles wieder fest gemacht zu bekommen. Der Tierarzt beschloss auch, die Klammern drin zu lassen, da der nächste Vorfall sonst absehbar gewesen wäre...

All das hat ADELE nicht daran gehindert zu glauben, sie sei die Beste, die Größte und die Stärkste!

Jetzt kam trotz der Klammern ein erneuter Scheidenvorfall, der so gravierend war und alles bisher Gesehene oder Erlebte übertraf.

Der Tierarzt und ich entschieden dennoch für eine OP dieses Wasserball-großen herausgefallenen Etwas. Während der OP, als er versuchte diese ganze Masse zurück in unsere kleine Kuh zu bringen und musste er zusammen mit unserer Landwirtin, die ihm assistierte, feststellen, dass auch Darmschlingen mit herausgedrückt worden waren. Und natürlich hätte er sie wieder zurückschieben können, aber ein Stall ist kein steriles Ambiente und sie wäre mit großer Wahrscheinlichkeit in einigen Tagen qualvoll an einer Bauchfellentzündung gestorben.

Ich hatte keine Wahl, wir mussten sie nach Rückversicherung mit meinen beiden Kollegen Nicole und Tina noch in der Narkose gehen lassen.

Ein weiteres Weihnachten war unserer so souveränen und lustigen ADELE nicht vergönnt.

Tiefe Trauer über jeden, der dieses außergewöhnliche Wesen kannte. Eine, die sich trotz erniedrigender Kettenhaltung niemandem gebeugt hat... ❤