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Nicklas hat es leider nicht geschafft. đŸ–€


Seine GĂ€nsetruppe ist nun eine ganz stille. Sie schleichen etwas antriebslos durch den Garten. Ihr Leader, unser kleiner Schreihals und bester Wachhund aller Zeiten ist nicht mehr unter ihnen. Nicht mehr unter uns. Ich musste ihn gestern wegen eines riesigen Nierentumors gehen lassen.

Keiner der sagt, kommt, jetzt laufen wir mal rund um das Schweinegehege oder wir unterhalten uns mal mit unserem Personal hier. Niemand meldet mehr, wenn das Hoftor aufgeht oder jemand das Haus verlĂ€sst. Wie oft habe ich aus dem KĂŒchenfenster NIKLAS gerufen und ein ganzer Wortschwall wurde zurĂŒckgeschrien. Immer. Darauf war hundert prozentiger Verlass!

Alle anderen GĂ€nse sind echte SchlafmĂŒtzen gegen NIKLAS. Und Ă€ngstlicher! NIKLAS hat alle, sogar die Entenschar bewacht. Einmal hat er die Frau vom Tierarzt so geschnappt, dass sie das GrundstĂŒck in seine Richtung nie mehr betreten hat. Wie oft hatte ich wochenlang blaue Flecken, weil wir uns nicht einigen könnten, wer hier Chef ist...

Er war gerade mal 6 Jahre alt. 25 hĂ€tte er werden können. Ich dachte, der ĂŒberlebt mich mal locker...

Es ist anders gekommen. Fast genau zwei Jahre nach seiner geliebten NICOLETTA ist NIKLAS ihr gefolgt. Oder musste ihr folgen.

Er hat sich gleich nach meinem Eintreffen in der Clinic ĂŒber den Salat hergemacht. Aber als er den halben Salatkopf vertilgt hatte, wurde er ganz ruhig.

Er hatte so einen besonderen Blick und ich hatte das erste Mal das GefĂŒhl, er interessiert sich tatsĂ€chlich fĂŒr mich, nicht nur das Futter oder den Salat, den ich dabei habe.

Wir waren alleine und saßen auf seinem Badetuch. Er wurde sehr mĂŒde, auch ohne Spritze und die Augen fielen ihm immer lĂ€nger zu. Ich denke, es ging ihm wirklich nimmer gut und natĂŒrlich hat er gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Nicht mit ihm und nicht mit allem. Er ist dann, nach der Gabe von Pentobarbital ganz ruhig eingeschlafen. Und hat vertrauensvoll sein Köpfchen auf meinen Arm gelegt. Wie kann ein Tier jemanden vertrauen, der einen gerade einschlĂ€fern lĂ€sst?

Ich bin dann mit ihm am Beifahrersitz heimgefahren. Er sah schlafend aus und war in seinem Federkleid immer noch ganz warm, als wir Zuhause ankamen.

Er ist eines der charismatischen Tiere, die man nie vergisst. Nie....

Aber wen vergisst man schon?

- Doris Rauh -

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